Vertretung vor Gericht

Die Zentral-Bestimmung der österreichischen Rechtsanwalts-Ordnung fasst – ähnlich wie vergleichbare Regelungen anderer zivilisiert-demokratischer Rechts-Ordnungen – den Aufgaben-Bereich des Anwalts sehr weit, wenn sie bestimmt, dass sich “(…) das Vertretungsrecht eines Rechtsanwalts auf alle Gerichte und Behörden der Republik Österreich erstreckt und die Befugnis zur berufsmäßigen Parteienvertretung in allen gerichtlichen und außergerichtlichen, in allen öffentlichen und privaten Angelegenheiten“ umfasst (§ 8 RAO).

Das ist die eine Seite der Medaille: noch darüber hinaus gehend ist im Sinne dieser Bestimmung die Befugnis zur umfassenden berufsmäßigen Parteien-Vertretung den Rechtsanwälten sogar vorbehalten ist (Absatz 2). Rechtsanwälte sind in vielen Fällen unersetzlich in einer juristisch immer komplizierter werdenden Welt, zählen meist zu den wichtigsten Vertrauens-Personen in rechtlich entscheidenden Phasen des Lebens und haben daher viel weiter gehende Funktionen als nur das Prozessieren – auch dort etwa, wo es nur um rechtliche Beratung geht.

Dennoch sind sie vor allem in einem Bereich schon von der Verfassung her konkurrenzlos und daher tatsächlich die einzigen Spezialisten: wenn es um die Vertretung vor Gerichten geht, ist ausschließlich der Rechtsanwalt der berufene Fachmann – und daher insbesondere dort, wo es um widerstreitende Interessen geht (wogegen im so genannten Außerstreit-Recht die Vorbehalts-Aufgabe der Notare viel enger definiert ist, als die Öffentlichkeit gemeinhin informiert wird). Daher kommt die landläufige Assoziation des Rechtsanwalts mit dem Konflikt und deshalb vorwiegend kompetitiven Eigenschaften – und (leider auch im negativen Sinne) die häufige Konnotation mit Recht-Haberei und Besser-Wisserei.

Und doch beharren wir darauf: nur wer Streiten gelernt hat, kann Konflikte wirklich auch vermeiden und nicht nur ihnen ausweichen oder sie verdrängen. Und nur wer in schwierigen Verhandlungen immer auch für den Fall ihres Scheiterns das Recht auf seiner Seite weiß, wird zu einem guten Ergebnis kommen. Falsch liegt nur, wer sich auf das eine oder andere Extrem fest legt oder fest legen lässt – die dauernde Konfrontation, oder die dauernde Anpassung. Wirklich gute Rechtsanwälte – wir zählen uns dazu – wissen ganz genau, wann Sie hart und unverbindlich sein müssen, und wann sie schmiegsam und amikal zu sein haben.





DDr. FÜRST

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