Vom Streiten

Im Regelfall werden Konflikte von uns Menschen als unangenehm empfunden. Und obwohl zum Streiten, wie man sagt, immer zwei gehören, sind Konfrontationen an sich unvermeidbar, weil sich immer ein Gegner finden lässt. Wir Rechtsanwälte sind deshalb Konflikt-Experten, weil wir als letzten Ende einzige echte Vorbehalts-Aufgabe die Vertretung vor Gericht haben – und die Justiz von ihrem verfassungsrechtlichen Wesens-Gehalt her jene Institution darstellt, die vom Staat angeboten wird, um private Rechts-Ansprüche nötigen Falls auch gegen Widerstände durchzusetzen: Zwangs-Vollstreckung kann über den exekutiven Zugriff auf das Vermögen des Verpflichteten und gerichtliche Strafen bis zum Freiheits-Entzug führen und macht damit das Faust-Recht des Stärkeren entbehrlich.

Streiten kann aber eben deshalb auch positive Wirkung entfalten, weil es unklare Situationen bereinigt und über Ansprüche als zu Recht bestehend oder nicht bestehend endgültig entscheidet: wie ein reinigendes Gewitter kann die Konfrontation (wie im Privat-Bereich) neue und bessere Grundlagen für die Entwicklung von Beziehungen darstellen. Konflikt-Bereinigung, -Lösung, und -Management sind die modernen Begriffe dafür – nicht nur im außer-juristischen Bereich, sondern auch bei den Rechtsanwälten. Neue Werkzeuge für den Umgang mit menschliche Konflikten gehören auch ins Repertoire des zeitgemäßen Rechtsanwälten: Schlichtungs-Stellen, Schieds-Verfahren und Mediations-Lösungen sind derzeit en vogue.

Obwohl unser Senior in diesem Bereich auch die Ausbildung zum Mediator absolviert hat, als solcher in der diesbezüglichen Liste des Bundesministeriums für Justiz eingetragen ist und wir daher auch Dienstleistungen solcher Art anbieten können, darf dabei allerdings nicht übersehen werden: berechtigte Ansprüche, Rechte aus Verträgen oder gesetzwidrigen Verletzungen der eigenen Sphäre sind nicht immer im Diskurs und Einvernehmen zu erledigen; Und wer die Kommunikation endgültig verweigert, muss im schlimmsten Fall auch mit staatlicher Macht zur Einhaltung seiner Rechts-Pflichten gezwungen werden können.

Und dies gilt nicht nur für den Einzel-Fall, um Gerechtigkeit zu schaffen für konkret geschehene Rechts-Verletzungen, sondern auch aus Präventions-Gründen für die Zukunft: wenn Übergriffe in die Rechts-Sphären anderer nicht pönalisiert würden, wenn der Staat nicht funktionierende Instrumente zur Erledigung von bereits entstandenen Konflikten zur Verfügung stellte, würde auch der Zusammenhalt der Gesellschaft insgesamt in Frage gestellt, weil anders deren Mitglieder angesichts der mangelnden Bindungs-Wirkung von moralischen Gesetzen keine zwingende Veranlassung mehr sähen, rechts- und gesellschaftskonform zu handeln.





DDr. FÜRST

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