Kommunikative Grundlagen

Von uns Rechtsanwälten als Sachverständigen des Rechts erwartet man aber nicht nur, die gesetzlichen Grundlagen unseres Zusammen-Lebens umfassend zu beherrschen und sie auch unserem Berufs-Ethos entsprechend einzusetzen, sondern landläufig oft auch, besser, schneller und gescheiter zu sein als „die anderen“, weil wir, schon von unserer Vorbehaltsaufgabe her, über das Wirtschaftliche hinaus gehend, auf Wett-Bewerb, ja Wett-Streit angelegt sind.

Dass Konflikt-Bewältigung dabei nicht in Recht-Haberei und Besser-Wisserei zu Lasten des eigenen Klienten ausartet, ist die hohe Kunst der advokatorischen Rechts-Vertretung: Oft vergessen die Kollegen, dass es in der anwaltlichen Arbeit niemals um die eigene Profilierung und die Durchsetzung persönlicher Interessen des Rechtsanwalts gehen darf. – Aber auch das andere Extrem darf nicht verabsolutiert werden: genau so wenig, wie der Polterer, hat der Typ des amikalen, verbindlichen, immer um Ausgleich bemühten Anwalts in allen Fällen recht, weil dem Gegenüber immer nach dem Mund zu reden, nicht notwendig zur Folge haben muss, dass man für die eigene Seite mehr erreicht.

Wir glauben, dass es einerseits der Fähigkeit des Wechsels zwischen diesen beiden Grundhaltungen des Rechtsanwalts bedarf und andererseits der jeweils richtigen Entscheidung für die eine oder andere: Voraussetzung dafür ist nach unserem Verständnis eine Frage-Haltung (Heidegger hat die Frage die Frömmigkeit des Denkens genannt), die sich niemals im trügerischen Glauben wiegen darf, bereits alles zu wissen – wie es ja an sich von uns als Rechtsanwälten verlangt wird. Vom ersten Gespräch mit dem uns zukünftig Anvertrauten an braucht es daher eine rezeptive Grundhaltung, die weiß, dass auch rechtlich nichts zu gewinnen ist, wo nicht die relevanten Tatsachen und Sachverhalte penibelst erhoben werden. Und selbst aus erbittertsten Gegnern im Konflikt (etwa bei Zeugen-Vernehmungen vor Gericht) ist mehr heraus zu bekommen, wenn man sich in Zurückhaltung übt, statt Überheblichkeit an den Tag zu legen, wie dies – nicht ganz unrichtig – uns Anwälten oft zum Vorwurf gemacht wird.

Und noch ein diskursives Paradoxon eröffnet sich im Innenverhältnis zum Klienten: Seit der Dialog-Philosophie wissen wir, dass es in jeder Kommunikation immer des richtig ausgewogenen Verhältnisses zwischen Distanz und Nähe bedarf. Auch der Anwalt muss daher immer ganz nahe beim Klienten stehen, um seine wirkliche Probleme zu erkennen, gleichzeitig aber auch den perfekten Abstand von der Sache haben, um immer wieder neu richtig beurteilen zu können, ob sie auch wirklich durchsetzbar ist. Wir bemühen uns, diesen Weg zwischen Scylla und Charybdis für Sie zu finden.





DDr. FÜRST

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