Von den Verträgen

Als Pendant zum dinglichen Recht, das sich mit den Besonderheiten und Rechts-Zuständigkeiten der "Sachen" als Objekte beschäftigt, hat das Obligationen-Recht die schuld-rechtlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Rechts-Subjekten zum Gegenstand, die – weil rein virtuell – symbolisch als "Rechtsbänder" beschrieben werden: Rechte und Pflichten, Ansprüche und Verbindlichkeiten, Soll und Haben, Schuld und Schulden entstehen dabei entweder außer-vertraglich (etwa aus unerlaubten Handlungen im Schadenersatz-, beziehungsweise ohne "Verschulden" im Bereicherungs-Recht), oder auf Grund von Vereinbarungen, die von Vertrags-Partnern zur Regelung ihrer jeweils einander berührenden Rechts-Sphären getroffen werden.

Was man gemeinhin "Kautelar-Jurisprudenz" nennt, hat dabei nicht nur die für Vertrags-Juristen allgegenwärtigen "Kautelen" (Sicherheits-Klauseln) im Kopf, sondern viel weiter gehend einen sehr hohen Anspruch an die Qualität vertraglicher Vereinbarungen: Auch hier entscheidet nämlich nicht die Quantität, weil überdimensionale Papier-Berge noch kein Garantie für gute Verträge sind. Ganz im Gegenteil: Reduktion von Komplexität, das Wesentliche erfassen und überschaubar machen, Schwieriges einfach zu formulieren und verständlich auszudrücken, was die Parteien tatsächlich wünschen, ist unser rechts-technisches Ziel bei Vertrags-Errichtungen. „Keep it short and simple“ bedeutet für uns: So wenig wie möglich und so viel wie notwendig – aber keines Falls mehr.

Aber noch eine weitere – gewissermaßen rechts-ethische – Dimension muss im Zusammenhang mit Verträgen zur Sprache kommen: Im Gegensatz zur verwaschenen kontinental-europäische Tradition der noch immer üblichen Doppel-Vertretung bei Vertrags-Errichtungen plädieren wir ganz eindeutig auch in diesem Tätigkeits-Bereich für klare Vermeidung von Interessen-Kollisionen. Den jeder Vertrags-Verhandlung immanenten Interessen-Gegensatz wirklich gerecht auszugleichen (und dafür notfalls auch ein Scheitern des Abschlusses in Kauf zu nehmen) gelingt nur, wenn jede Seite ihren eigenen Berater und Vertreter hat, zu dem allein ausschließliches und absolutes Vertrauen bestehen kann.

Dass gerade wir Rechtsanwälte für diese Aufgabe bestens prädestiniert sind, ergibt sich schon daraus, dass wir (als Experten für Konflikt-Kultur und notfalls auch streitige Durchsetzung von Ansprüchen) am besten auch die Kehrseite rechtlicher Fürsorge kennen – wie man nämlich Streit vermeidet: die wichtigste Eigenschaft vertraglicher Vereinbarungen ist nach wie vor, Streitigkeiten vorzubeugen und Konflikte zu vermeiden.





DDr. FÜRST

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