Wer billig kauft ...

Ein System, das gerecht ist, kann nicht immer einfach sein; Auch das Kostenrecht der österreichischen Rechtsanwälte ist daher in manchen Fällen nicht ganz unkompliziert. Dies und die Tatsache, dass die internationale Wirtschaft offensichtlich ohne (allzu) simple Rechen-Regeln nicht auskommt, hat dazu geführt, dass sich auch die österreichischen Anwalts-Kanzleien immer mehr dem Druck von außen beugen und ihre Leistungen zunehmend gegen Stundensatz-Verrechnung anbieten müssen.

Auch in einem solchem Umfeld geht es aber ohne Differenzierungen nicht ab: da zählt nicht nur die Höhe des Stundensatzes der jeweils betroffenen Person, des Rechtsanwalts-Partners als solchem, des Berufs-Anwärters oder „Konzipienten“ und des „sonstigen Juristen“ bzw. des nicht juristischen Personals (der sogenannten „Kanzlei“) als Unterscheidungs- und damit auch Qualitäts-Kriterium, sondern dann auch noch die Frage der „kleinsten Verrechnungs-Einheit“.

Soll der Tarif-Sprung schon nach den ersten zehn Minuten (wie etwa bei der „kurzen Konferenz“ nach dem RATG) stattfinden, in Viertel- oder halben Stunden – oder tatsächlich erst „stunden-weise“, wie der Begriff des Stunden-Satzes nahelegen würde? Das machte dann aber einen gehörigen Unterschied aus, wenn jedes noch so kurze Gespräch am Telefon – etwa nur zur Vereinbarung eines Besprechungs-Termins – als ganze Einheit verrechnet würde, wenn die kleinste Einheit tatsächlich die Stunde wäre...

All diese Fragen bedürfen daher erst recht wieder der Klärung und Vereinbarung zwischen dem Rechtsanwalt und seinem Mandanten – und ob dies nicht noch mühsamer ist, als die allenfalls erforderliche schlichte Einigung über eine Bemessungsgrundlage (und damit die Bedeutung der Angelegenheit, die verhandelt wird), wie dies von den AHK verlangt wird (mit der ohnedies konsequenten Logik, dass mehr Arbeit mehr Geld kostet), darf durchaus zur Diskussion gestellt werden.





DDr. FÜRST

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